14 Stunden Bus vs. 6 Stunden Board

Silvretta Montafon01

So Mitte letzter Woche fragte mich der Farbformfabriker, ob ich Bock hätte mit nach Silvretta Montafon zu kommen und nen Tach lang zu boarden.
Na! Da muss man ja gar nicht lange nachdenken … Klar. Mann.
So ein wenig nachdenken musste ich dann aber schon, denn für den Hin- und Rückweg war nicht das Auto eingeplant, sondern das, was man in Rentnerkreisen so unter einem modernen Reisebus versteht.
Den meisten wird jetzt klar sein: Es geht um den „Perfect Sunday“. Allerdings nicht sonntags, sondern samstags. Und deshalb auch nicht Perfect Sunday, sondern Schneebeben.

Das ist schon n harter Zock. Da stehen sich 14 Stunden Bus fahren und 6 Stunden Boarden gegenüber. Erschwerend kommt hinzu, dass ich Busfahren für die mit Abstand beschissenste Art der Fortbewegung* halte, Snowboarden aber für eine der Besten. Hmmm?

Naja, druff geschissen und gebucht. Los ging es am Samstag um 1:15 Uhr ab Rosbach. Vorher war ich noch auf einer Feier in die Westbar eingeladen. Die drei Mitschneebebener kamen auch noch in die Bar und wir konnten uns mit den dargebotenen Getränken reisefertig machen.
So um kurz nach zwölf sind wir dann nach Rosbach aufgebrochen. Der Farbformfabriker musste sich bei der Reisevorbereitung natürlich ein bisschen zurückhalten, da er uns ja noch heil zur Abfahrt bringen musste.
Der Bus kam dann auch fast pünktlich und wir begannen unser Martyrium der Hinfahrt.
Wir haben zwei Pausen gemacht. Eine nur so; bei der Zweiten gab es noch Frühstück. Nen Käse- und ein Rosinenbrötchen. Kaffee gab es nicht, aber den will mitten in der Nacht wohl kaum einer trinken. Die meisten wollten lieber noch n bisschen pennen. Außerdem gab es noch ein Tütchen mit allerlei Flyern, was zu knabbern, ner CapriSonne und ner halben Portion Duschgel. Duschgel? Ja! Sonnencreme hätte da wohl besser gepasst.
Nach der Pause wieder eine der unzähligen unbequemen Positionen im Luxusgestühl des Viehtransports modernen Reisebusses eingenommen und die letzte Etappe angegangen.
Das ging dann erstaunlich flott und man konnte im Sonnenaufgang auch schon die ersten Berge sehen. Das hilft. Nicht den malträtierten Gliedmaßen, aber dem Kopp.

Noch mal kurz Augen zu und schwups waren wir auch schon da.
Das ganze Ausmaß der Veranstaltung wurde mir erst klar, als wir zwischen 40 (ja, vierzig!) anderen Bussen an der Talstation geparkt hatten.

Ausgestiegen, gestreckt, in die Sonne geglotzt, Snowboardhose und Boots angezogen. Helm und Skibrille geschnappt.
Etui mir der Sonnenbrille aus m Rucksack gezogen, aufgeklappt und -tadaa- leer. Naja, Skibrille war dann auch ausreichend.

Los gehts. Gondel geentert und ab auf n Berg. Spätestens jetzt war die Hinreise schon fast vergessen. Knallerwetter, alle Pisten und alle Lifte offen. Nach der ersten Abfahrt haben wir uns entschieden, dass wir aus unserer 4er Gruppe zwei 2er Grüppchen machen und die Damen und Herren getrennte Wege Pisten nehmen.
Die Mädels haben sich dann auf den wohlpräparierten Pisten ausgetobt, während es den Farbformfabriker und mich eher in die unpräparierten Bereiche zwischen den Pisten und auf die Skirouten gezogen hat.
Warum heißt das eigentlich Skirouten? Geht mit m Board auch wunderbar. In Zeiten, in denen Schlepplifte nicht mehr gespurt sind, könnte man sich da ja auch mal eine neue Benennung ausdenken. Oder? Whatever.

Nachdem wir uns im Tiefschnee bis an den Rand der körperlichen Leistungsfähigkeit gebracht hatten, sind wir wieder zurück an die Bergstation der Gondel und haben die zwei 2er Grüppchen wiedervereinigt.
Mittlerweile war es so etwa halb fünf und die Absch(l)uss-Party schon im vollen Gange. Die Sternbar hatte extra für Schneebeben länger geöffnet und wir hatten noch zwei Stunden Zeit um uns mit den entsprechenden Heißgetränken auf die Heimreise vorzubereiten.

Die Heimreise war in etwa wie die Hinfahrt. Nur ohne Vorfreude. Allerdings wurde die zweite Pause ausgelassen (oder ich hab se verschlafen) und die Durchsage im Bus kündigte nicht die zweite Pause, sondern unser Ziel an.

Insgesamt muss ich jetzt sagen: Das war geil. Echt. Trotz der langen Fahrt.
Und eins ist schon klar:
Das war bestimmt nicht mein letzter Trip mit Schneebeben.

*Das klingt jetzt so, als ob der Bus oder der Fahrer schuld daran hätten. Aber weit gefehlt. Das haben sie nicht. Der Busfahrer war nicht nur n netter Kerl, er hat uns auch noch allerbestens ans Ziel gebracht. Ich mag auch lange Flugreisen nicht. Das ist einfach so ne Macke meinerseits.

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2 Gedanken zu „14 Stunden Bus vs. 6 Stunden Board

  1. Okay, 14 Stunden Bus fahrt klingt nach Folter pur und nach einem krummen Rücken :) Sicher weil alles sehr spontan war, hast du keine anderen Alternativen in betracht gezogen! Sonst gibt es mitfahrgelegenheiten für Skigebiete (go-shred) und BMW bietet noch günstiges Carsharing für den Skiurlaub an! Stellt das für dich eine Option dar? Beste Grüße

    • Ja, das stimmt so. Der krumme Rücken ist aber weniger das Problem als der platt gesessene Ar*#h.
      Und ja! Das war spontan.
      Go-Shred werde ich mal anschauen. Kling gut!
      Bevor ich Carshare würde ich eher mit der eigenen Karre fahren – Sprit zahlt man ja sowieso.
      Grüsse zurück!

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