Guten Montag!

Moin, moin.

So n Montag hat ja von sich aus immer schon einen etwas schalen Beigeschmack. Das Wochenende ist rum und es warten wieder fünf Tage Maloche, bevor man sich wieder für zwei Tage von den fünf vergangenen erholen kann. Naja, so ist das halt. Dabei ist es auch völlig unerheblich, ob man Spaß bei der Arbeit hat oder nicht. Bei mir ist das so und ich habe trotzdem lieber frei. Klar, ne?

Aber so manchmal gibt es Montage, die es einfach nicht gut mit einem meinen. Heute zum Beispiel. Es fing alles ganz harmlos an. Aufgestanden und im Vorbeigehen der Kleinen ins Zimmer gerufen, dass jetzt so langsam Zeit zum Aufstehen ist. Erstes Wecken – keine Frage, da wird man ignoriert. Weiter in die Küche und der Kleenen die Futterdose für den Kindergarten gefüllt. Heute Knäckebrot mit Frischkäse und Salami und dazu Weintrauben.
Zwischen Knäcke und Weintrauben noch mal Richtung Kinderzimmer und das Ende der Nacht verkündet. Diesmal mit einem Riesen Erfolg. Sie hat sich bewegt. Das ist schon mal was. Zurück in die Küche. Knäcke und Tauben in die Box. Deckel zu. Fertig.

Mittlerweile ist die Handkäsin im Bad fertig und ich bin an der Reihe. Währenddessen gab es bestimmt ein oder zwei weitere Weckversuche im Kinderzimmer. Bisher also ein ganz normaler Morgen.
Nach dem Bad die Kleene aus m Bett gezogen, ins Bad komplimentiert, Zähne geputzt und in die Klamotten geschmissen. Den letzten Teil habe ich schon nicht mehr mitbekommen, da war ich schon auf dem Weg zum Auto.

Da war doch was … Ja, wir haben gestern Abend die Karre der Handkäsin auf der Straße stehen lassen, weil mein Auto auf dem Stellplatz stand. Alles net so wild, parke ich dann morgen um.
Jetzt ist morgen und ich bin natürlich ohne ihrem Autoschlüssel losgezogen. Am Hoftor hatte ich dann aber einen hellen Moment und hab mich an mein Angebot (Umparken und so) von gestern Abend erinnert. Flott oben geklingelt, Schlüssel aus m Fenster zugeworfen bekommen und zum Stellplatz los gefahren. Bis hier hin war auch noch nichts Besonderes passiert.

Aber jetzt auf dem Weg zum Stellplatz begann der Montag so langsam sein wahres Gesicht zu zeigen. Drei mal um die Ecke gebogen (einbahnstraßentechnisch erforderlich) und wen hab ich vor mir? Die Müllabfuhr. Die Müllabfuhr ist ja per se nichts Schlechtes, aber heute Morgen stellte sie meine Geduld schon auf eine harte Probe. Es ist ja nicht so, dass die Mülltonnen überall auf der Straße stehen und dann nur noch geleert werden müssen. Da ist ja der Gehweg (für die Älteren hier: Trottoir) und die Parkplätze. Also klingeln die Jungs und holen die Tonnen aus den Hinterhöfen. Und natürlich bringen sie die Dinger auch wieder zurück. Man kann auch nicht behaupten, dass sie sich dabei besonders viel Zeit lassen würden. Aber das dauert halt. Nachdem ich die etwa zweihundert Meter bis zum Stellplatz in gefühlten zweieinhalb Stunden zurückgelegt hatte (es waren mit Sicherheit nicht mehr als sieben Minuten) war ich schon auf dem Stellplatz angekommen. Jetzt sollte es ja flutschen. Das eine Auto abstellen, meine Karre vom Stellplatz fahren, das andere Auto hinstellen und schon kann es los gehen. So war der Plan.

Allerdings wurde ich schon beim zweiten Punkt (meine Karre vom Stellplatz fahren) in meiner Planung jäh unterbrochen. Beim in das Auto fallen lassen hörte ich ein leises, hinterhältiges, Unheil verkündendes Gluckern.
Und da erinnerte ich mich wieder an den kurzen aber intensiven Wolkenbruch am Samstag. Genau von diesem Wolkenbruch hatte ich noch einen lieben Gruß hinter dem Beifahrersitz. Grmpf. Montag. Regelmäßige Leser kennen die ganze Geschichte. Unwissenden sei dieser Post an Herz gelegt: Teppich. Alles muss raus! Mit einem Küchenhandtuch (ja, das liegt bereit) die Pfütze trockengelegt und darüber gewundert, wie kalt das Wasser ist.
Nach dem dritten Auswringen war der Boden annehmbar trocken und die Hände unannehmbar kalt. Aber weiter im Plan mit den Punkten drei und vier. Was soll jetzt denn noch passieren …

Also Auto-Ballett gemacht und vom Hof gefahren. Die Müllabfuhr war durch die Ich-mach-mein-Auto-trocken Nummer mittlerweile sicher weit weg. Der Bus, der so beschissen an der Haltestelle stand, dass man nicht daran vorbeifahren konnte nötigte mir nur noch ein müdes Lächeln ab. Das macht jetzt auch nix mehr.

Also weiter … Morgens auf dem Weg zur Arbeit halte ich immer am Kiosk meines Vertrauens und hole mir für die Fahrt einen Kaffee. Das bringt ein wenig Schwung in den Morgen und ausserdem trinke ich gerne Kaffee während der Fahrt. Fragt nicht warum. Is halt so. Aber weil heute Montag ist und nach dem Verlassen des Hauses nichts so richtig glatt lief gab es heute auch keinen Kaffee. Maschine kaputt! Das habe ich mir aber wirklich anders vorgestellt. Habe dann einen Kakao genommen. Nicht warm, sondern aus dem Kühlregal. Mit Strohhalm. Hatte ich auch lange nicht.

Weiter gehts. Ohne Kaffee – mit Kakao. Aber hey, was soll jetzt schon noch passieren?
Mein morgendlicher Zeitplan war mittlerweile schon etwas aus der Reihe, aber ich kann es immer noch pünktlich schaffen und bevor das erste Mal das Telefon klingelt einen Kaffee im Garten trinken. Das mach ich ganz gerne so.

Jetzt geschah relativ lange nichts, was meinen Plan hätte verhindern können. Bis da am Ortsausgang die Polizei quer auf der Straße stand und mit wenig eleganten, dafür aber umso leichter zu deutenden Handzeichen signalisierte, dass die Strasse gesperrt sei.
Naja, das machen die ja bestimmt auch nicht zu ihrer Belustigung.

Also gedreht und die dreiminütige Fahrt über die Landstrasse gegen eine Besichtigung der angrenzenden Wohngebiete eingetauscht. Mit allen anderen. Da war was los. Aber es ging voran.

Und als ich dann so ankam, die Tasche hinstellte, die Kaffeemaschine aus dem Wochenendschlaf weckte hatte ich die leise Befürchtung, dass Kaffe und Milch leer sein könnten. Waren sie aber nicht. Und es ist mit tatsächlich gelungen einen Kaffee zu trinken, bevor das Telefon zum ersten Mal klingelte.

Ich glaub jetzt wir alles gut …

Schönen Montag!

tl;dr:
Lief net so glatt heute Morgen.

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Ein Tag in Silvretta Montafon

Silvretta Montafon
Tach auch!

Das hier ist die Fortsetzung von dem Reisebericht, der unseren Ausflug nach Silvretta Montafon in viel Text und ein paar Fotos beschrieben hat.

Aber wir haben nicht nur Fotos gemacht, sondern auch gefilmt. Der Farbformfabriker hatte ne GoPro auf n Helm gepappt und jede Menge Videos gemacht. Das ist natürlich super so …

Aber nachher am Rechner hat man ganz schön seinen Schaff bis man aus eineinhalb Stunden Rohmaterial einen Film zusammen geschnippelt hat, der nicht gleich jeden Zuschauer in den ersten zwei Minuten selig weg schlummern lässt.
Wer zwei Minuten übersteht, hat auch schon fast die Hälfte geschafft. Das ganze Filmchen ist nur fünf Minuten lang.

Genug gelesen. Viel Spass.

 

14 Stunden Bus vs. 6 Stunden Board

Silvretta Montafon01

So Mitte letzter Woche fragte mich der Farbformfabriker, ob ich Bock hätte mit nach Silvretta Montafon zu kommen und nen Tach lang zu boarden.
Na! Da muss man ja gar nicht lange nachdenken … Klar. Mann.
So ein wenig nachdenken musste ich dann aber schon, denn für den Hin- und Rückweg war nicht das Auto eingeplant, sondern das, was man in Rentnerkreisen so unter einem modernen Reisebus versteht.
Den meisten wird jetzt klar sein: Es geht um den „Perfect Sunday“. Allerdings nicht sonntags, sondern samstags. Und deshalb auch nicht Perfect Sunday, sondern Schneebeben.

Das ist schon n harter Zock. Da stehen sich 14 Stunden Bus fahren und 6 Stunden Boarden gegenüber. Erschwerend kommt hinzu, dass ich Busfahren für die mit Abstand beschissenste Art der Fortbewegung* halte, Snowboarden aber für eine der Besten. Hmmm?

Naja, druff geschissen und gebucht. Los ging es am Samstag um 1:15 Uhr ab Rosbach. Vorher war ich noch auf einer Feier in die Westbar eingeladen. Die drei Mitschneebebener kamen auch noch in die Bar und wir konnten uns mit den dargebotenen Getränken reisefertig machen.
So um kurz nach zwölf sind wir dann nach Rosbach aufgebrochen. Der Farbformfabriker musste sich bei der Reisevorbereitung natürlich ein bisschen zurückhalten, da er uns ja noch heil zur Abfahrt bringen musste.
Der Bus kam dann auch fast pünktlich und wir begannen unser Martyrium der Hinfahrt.
Wir haben zwei Pausen gemacht. Eine nur so; bei der Zweiten gab es noch Frühstück. Nen Käse- und ein Rosinenbrötchen. Kaffee gab es nicht, aber den will mitten in der Nacht wohl kaum einer trinken. Die meisten wollten lieber noch n bisschen pennen. Außerdem gab es noch ein Tütchen mit allerlei Flyern, was zu knabbern, ner CapriSonne und ner halben Portion Duschgel. Duschgel? Ja! Sonnencreme hätte da wohl besser gepasst.
Nach der Pause wieder eine der unzähligen unbequemen Positionen im Luxusgestühl des Viehtransports modernen Reisebusses eingenommen und die letzte Etappe angegangen.
Das ging dann erstaunlich flott und man konnte im Sonnenaufgang auch schon die ersten Berge sehen. Das hilft. Nicht den malträtierten Gliedmaßen, aber dem Kopp.

Noch mal kurz Augen zu und schwups waren wir auch schon da.
Das ganze Ausmaß der Veranstaltung wurde mir erst klar, als wir zwischen 40 (ja, vierzig!) anderen Bussen an der Talstation geparkt hatten.

Ausgestiegen, gestreckt, in die Sonne geglotzt, Snowboardhose und Boots angezogen. Helm und Skibrille geschnappt.
Etui mir der Sonnenbrille aus m Rucksack gezogen, aufgeklappt und -tadaa- leer. Naja, Skibrille war dann auch ausreichend.

Los gehts. Gondel geentert und ab auf n Berg. Spätestens jetzt war die Hinreise schon fast vergessen. Knallerwetter, alle Pisten und alle Lifte offen. Nach der ersten Abfahrt haben wir uns entschieden, dass wir aus unserer 4er Gruppe zwei 2er Grüppchen machen und die Damen und Herren getrennte Wege Pisten nehmen.
Die Mädels haben sich dann auf den wohlpräparierten Pisten ausgetobt, während es den Farbformfabriker und mich eher in die unpräparierten Bereiche zwischen den Pisten und auf die Skirouten gezogen hat.
Warum heißt das eigentlich Skirouten? Geht mit m Board auch wunderbar. In Zeiten, in denen Schlepplifte nicht mehr gespurt sind, könnte man sich da ja auch mal eine neue Benennung ausdenken. Oder? Whatever.

Nachdem wir uns im Tiefschnee bis an den Rand der körperlichen Leistungsfähigkeit gebracht hatten, sind wir wieder zurück an die Bergstation der Gondel und haben die zwei 2er Grüppchen wiedervereinigt.
Mittlerweile war es so etwa halb fünf und die Absch(l)uss-Party schon im vollen Gange. Die Sternbar hatte extra für Schneebeben länger geöffnet und wir hatten noch zwei Stunden Zeit um uns mit den entsprechenden Heißgetränken auf die Heimreise vorzubereiten.

Die Heimreise war in etwa wie die Hinfahrt. Nur ohne Vorfreude. Allerdings wurde die zweite Pause ausgelassen (oder ich hab se verschlafen) und die Durchsage im Bus kündigte nicht die zweite Pause, sondern unser Ziel an.

Insgesamt muss ich jetzt sagen: Das war geil. Echt. Trotz der langen Fahrt.
Und eins ist schon klar:
Das war bestimmt nicht mein letzter Trip mit Schneebeben.

*Das klingt jetzt so, als ob der Bus oder der Fahrer schuld daran hätten. Aber weit gefehlt. Das haben sie nicht. Der Busfahrer war nicht nur n netter Kerl, er hat uns auch noch allerbestens ans Ziel gebracht. Ich mag auch lange Flugreisen nicht. Das ist einfach so ne Macke meinerseits.